Spielberichte

10.08. - 15.08.2005: "Far North Tour" Stabæk-Follo & Alta - Stabæk

Tag 1:
Am 10.August ging es mit der 13.00 Uhr Maschine zum ersten Mal alleine auf Stabæk Support Tour. Gegen 15.00 Uhr gelandet und mit dem SAS Bus bis zum Hauptbahnhof gefahren, war ich gegen 16.00 Uhr in Oslo und bei unseren Jungs, die schon mittlerweile als Freunde bezeichnet werden können. Bei ihnen war meine Unterkunft, 1 Zimmer, das diesmal in ihrem 2. Haus war.

Da um 19.00 Uhr schon Anstoß an diesem Mittwoch war, wurde kurz gegessen und sich mit sämtlichen Gastgeschenken auf den Weg nach Bekkestua gemacht. Pünktlich um 18.00 Uhr angekommen, war gerade noch Zeit sämtlichen Leuten (die völlig überrascht waren, mich schon heute zu sehen) zu erklären, warum ich denn heute schon da wäre. Lösung: 2 Stabækspiele sind besser als 1 !!! Ganz Einfach !!!

Nüchtern und sehr objektiv muss ich gestehen dass ich Stabæk noch nie so schlecht hab spielen sehen. Zumal der heutige Gegner Follo auch noch ein Abstiegskandidat war. Erst als Alan eingewechselt wurde, wurde das Spiel schneller, und Alan war auch mit daran beteiligt, dass es einen Elfmeter für Stabæk gab, der dann zum einzigen Tor der Blauen führte.
Verdient war der Elfer schon, allerdings gar nicht glücklich in der Entstehung. Und prompt kam es wie es kommen musste: Follo im Angriff, ein verdeckter Schuss aus 10m, keine Chance für Super-Jon den Ball zu halten. 1:1 ! Follo war zufrieden mit dem neuen Spielstand und der Aussicht auf einen Punkt beim aktuellen Spitzenreiter der Adecco Liga, und schindete Zeit wo es nur ging, trödelte und lahmte übers Feld. Und rettete so das 1:1 über die Zeit. Bester Spieler von Follo war Mads Clausen, ein ehemaliger Stabæk Spieler, der nach 70min ausgewechselt wurde und von den Stabæk-Fans mit Applaus verabschiedet wurde. Bester Stabækspieler: Fehlanzeige.

Da es mitten in der Woche war, war nach dem Spiel wenig los im Onkel Blå, und nach dem schwachen Spiel hatten wahrscheinlich auch nicht viele Leute noch Lust ein Bier zu trinken. Das war die Gelegenheit für Richard, das DJ Pult zu stürmen und einen Klassiker nach dem andern zu spielen…sämtliche Stabæklieder, Farmer Boys und Dark at Dawn ertönten bis 2 Uhr, und wir haben schön gefeiert.
Überraschend kam auch Jesper Jansson noch mit 2 Freunden aus Schweden gegen 23.00 Uhr ins Onkel Blå, und nach einiger Zeit wurde er mir dann auch vorgestellt. Er war sehr interessiert an meiner Verbindung zu Stabæk, und erklärte danach seine Verbindung zum Belgischen Fussball und zum Erstligisten KRC Genk, bei dem er mal gespielt hatte. Genk war kein Unbekannter für mich, da ich anno 2002 beim UEFA Cup Anderlecht-Stabæk mein Herz an Stabæk verloren hatte, und zudem in den letzten Jahren gelegentlich in Belgien zum Fussball war, u.a. bei selbigem Genk).

Tag 2:
Donnerstag hatte ich die Möglichkeit um 10.00 Uhr das Training von Stabæk zu besuchen, da ich mehr oder weniger direkt über dem Onkel Blå nächtigen konnte. Jesper Jansson war nicht anwesend - komisch, war wohl etwas später geworden bei ihm und seinen Freunden... Auffällig beim Training war nur, das Alan nach 1 h verletzt wieder in die Umkleidekabine musste, und mich 1-2 Leute für einen Spion von Lillestøm hielten. Trainer Jan Jønsson begrüßte mich mit einem heiteren „Hallo“, auch wenn er mich „bis dahin“ noch nicht kannte.

Abends war ich dann nach einigen Umwegen (Lost in Oslo) zum Øyafestival gelangt, wo ich „Turbonegro“ sehen und hören konnte. Sehr gute Show, und damit reichte es dann auch für den Donnerstag.

Tag 3:
Am Freitag musste ich schon um 10.00 Uhr am Flughafen sein, um den Flieger nach Alta (Finnmark, Nordnorwegen) zu erwischen, und damit Stabæks weiteste Auswärtsfahrt zu erleben, die ca. 3000 km von Rath-Rock-City und 1850 km von Oslo entfernt stattfinden sollte.

Am Flughafen Gardermoen angekommen wurde erstmal ein Bier zum Frühschoppen getrunken. Um 12.00 Uhr ging es dann los und nach jeder Menge Bier im Flieger sind wir um 14.00 Uhr in Alta gelandet.
Mit dem Taxi ging es zum Parkhotel in Alta, wo wir wohnten. Knapp 150 Stabækfans hatten den Weg nach Alta gefunden, und somit war das Hotel und Alta selber komplett in Stabæk Support Hand - weswegen auch die Spieler in ein 70km entferntes Hotel ausweichen mussten, da in Alta selber kein Bett mehr zu bekommen war.

Bei besten Sommerwetter machten sich die Norweger direkt vor dem Hotel breit, und machten da weiter, wo sie im Flugzeug angefangen hatten: Bier trinken. Die Zeit nutzte ich etws anders, und genoss sämtliche Gratisangebote des Hotels, sprich: Internet und Sauna. Gegen 17.00 Uhr, während ich in der Sauna schwitzte, wurde im Zimmer 303 das Vorspiel zur abendlichen Party in der Kneipe/Disco „Kjelleren“ gestartet. Als ich gegen 20.00 Uhr mit 3 Bier in der Hand das Zimmer aufsuchte, waren schon einige Leute ziemlich gut dabei, und es wurde noch so einige Bier getrunken bevor es zur lokalen Fankneipe „Kjelleren“ ging. Dort angekommen, wurde dann auch gut gefeiert und bis auf 1-2 Alta Fans waren auch dort mehr Stabækfans als Einheimische zu sehen. Eine Band (Mischung aus Langweilig und 3 Doors Down) versuchte die schon sehr gute Stimmung noch weiter zu pushen, was aber nur teilweise gelang. Gegen 2 Uhr schaffte ich den Absprung, im Gegensatz zu manch anderen.

Tag 4:
Der Samstag fing schon gegen 11.00 Uhr an, da Lars Konzertkarten bestellen musste, und er mich praktischerweise direkt mitweckte, wodurch ich als einer der wenigen in den Genuss des Frühstücks-Büffets kam.

Der Vormittag und frühe Nachmittag wurde mit essen, trinken und einem Spaziergang überbrückt, bis es soweit war und der Höhepunkt der ganzen Reise, das Auswärtsspiel gegen Alta bevor stand. Das Stadion war brechend voll, da im Stadion selber bzw. auf dem Nebenplatz noch ein Jugend-Fussballturnier stattgefunden hatte, und die jungen Teilnehmer nun auch alle zum Spiel Alta-Stabæk drängten. So kam man nachher auf eine stattliche Besucherzahl von 2000 Leute. Die Teilnehmer des Jugendturniers hatten freien Eintritt, 150 Leute aus Stabæk und vielleicht 20 Alta Fans mit Trikots und Schals machten den Rest aus.

Zum Spiel selber: Die 1. Hälfte war besser als das Follo Spiel, was aber auch keine Kunst war. Durch einen ansehnlichen Spielzug machte dann Bjørnar Holmvik das Golden Tor zum 1:0 für Stabæk nach bereits 18. Minuten. Danach ging es da los, wo man gegen Follo aufgehört hatte: langweiliges, lahmes Kicken ohne wahre Chancen.
Die 2. Halbzeit war dann sogar noch schlechter als die 1. Halbzeit, es gab keine Tore und nichts sehenswertes mehr. Endstand nach 90 Minuten 1:0 für Stabæk. Wenigstens 3 Punkte!

Viel zu Lachen gab es trotzdem während des Spiels, allerdings spielte sich das alles mehr auf der Tribüne, die keine 2m hinter dem Tor stand, ab. Die Spieler von Alta wurden schon beim Warmmachen mit blöden „aber netten“ Kommentaren „belästigt“ , und antworteten auch noch darauf. Während des Spiels wurden die Stabækspieler angefeuert und reagierten auch auf sämtliche „erheiternde Kommentare“. Der Höhepunkt war eindeutig als die Spieler von Alta mit Waffeln gefüttert wurden. Jemand hatte ein Tablett mit ca. 20 Waffeln für „alle“ gekauft, und dies Tablett stand nun genau an der Stelle auf der Tribüne, an der sich ein Alta Spieler nach einer Verletzung behandeln liess. So blieb es nicht aus, dass er von den Stabæk Fans aufgefordert wurde sich bei den Waffeln zu bedienen, eine Waffel zugeworfen bekam, sie schnappte, herzhaft hinein biss, den Rest wegwarf und wieder lostrabte Richtung Feld. Ein Bild für die Götter! Der Waffeleinsatz wurde dann auch von allen Stabækfans mit grossem Applaus bedacht. Auch Jon, im Tor von Stabæk wartend, musste das Tablett mit Waffeln aus seinem Tor entfernen, da ihm jemand das Ding während der Halbzeitpause einfach ins Tor gestellt hatte. Herrlich!

Nach dem Spiel wurde die ganze Mannschaft gefeiert und musste mehr als 1x aus ihrem Container (sprich: Umkleidekabine) rauskommen und eine Laola machen. Danach wurde erstmal in sämtlichen Restaurants und Buden gegessen, man musste sich ja für den Abend stärken. Der Abend fand seine Abschluss natürlich wieder im „Kjelleren“ – viel grösser war die Auswahl in Alta auch nicht wirklich.
Gegen 20 Uhr stand auch die komplette Stabækmannschaft in der Kneipe und ließ sich von den Fans feiern. Als erster kam wieder der „alte Schwede“ Jesper Jansson in die Bar, den ich, ich hätte es nie für möglich gehalten, mit den Worten „Ach, du schon wieder!“ begrüßte und er nur antwortete „ Ach der Deutsche schon wieder“. Jesper stellte mir dann noch Markus Karlsson vor, weil er ja eine Zeit bei Rot-Weiss Essen gespielt hatte. Der versuchte mich dann noch Joakim Persson vorzustellen, aber der suchte nur den Weg zur Bar ;) Nach einem kurzen Smalltalk mit Karlsson über RW Essen war war das Thema auch durch und die Schweden zog es zu einem Tisch weiter hinten in der Kneipe.

Gegen 23.00h kam auch der Trainer Jan Jønsson mit dem gesamten Trainerstab in die Kneipe. Einige Spieler waren schon wieder nach Hause gefahren, die anderen hatten sich in eine Eckbank direkt neben der Toilette verkrochen. Der Durchgangsverkehr zu den Toiletten wurde schlagartig höher… Irgendwann stand dann auch der Trainer J.J. neben mir, und ich weiß nicht welche Hackfresse wieder damit rausplatzen musste dass ich Deutscher war, jedenfalls stellte sich Jan Jønsson mir vor, war sehr begeistert, und wusste genauso wenig wie ich was er sagen sollte. Später prosteten wir uns zu und er zeigte mir ein Thumbs Up und war sichtlich beindruckt bei dem Gedanken: Deutscher in Alta für Stabæk. Tja, Strange Ways.

Auch „mein Freund“ Jesper Jansson hatte noch eine nette Begegnung, stellte er sich doch einer Dame aus Finnland als Schwede vor und erhielt als Antwort prompt ihre Faust ins Gesicht. Nach ein bisschen Nasenbluten und einer Erklärung der Situation waren beide – Jesper und die Dame – beruhigt, und Jesper machte sich mit Trainer Jønsson auf den Heimweg.

Gegen 3.00 Uhr morgens gab es keinen Alkohol mehr (Huch, und das bei den sauflustigen Nordnorwegern…) und ich machte mich mit Stabæklars auf Richtung Hotelzimmer. Im Hotelzimmer sah ich durch Zufall aus unserem offenen Fenster, schaute mal nach rechts und mal nach links, und bemerkte 1-2 Leute in Stabæktrikots, die aus einem anderen Fenster herausrauchten, die redeten und lachten. Da war also noch was los! Hinda! Der kürzeste Weg führte mich über das Hoteldach, und als ich von oben herab durchs Fenster schaute, gab es erstmal ein großes Hallo. Es stellte sich heraus, dass in dem Zimmer das Nachspiel von der Onkel Blå Crew mit Walther und den beiden J.J. ´s (Jesper Jansson und Trainer Jan Jønsson) war. Kurzentschlossen krabbelte ich wieder zurück, natürlcih übers Dach, und holte Lars, hatten wir doch noch die Möglichkeit, uns nett zu unterhalten, weiter Bier zu trinken und Walter beim Kotzen zuzuhören.

Gegen 4.00 Uhr oder 5.00 Uhr verabschiedete sich der Trainer und bedankte sich bei allen für die Unterstützung, u. a. auch bei den Deutschen (also bei mir *stolz*) und machte sich mit der neuen CD von Stabæklars von dannen. Gegen 6.00 Uhr war ich dann auch endlich im Bett, Lars kam irgendwann später.

Tag 5:

Sonntag. Nach der ausufernden Nacht zuvor war heute nur noch „Chill Out“ angesagt. Ok, es gab noch noch die „Stabæk Support International Bowling Championship“, angetreten waren Joffen, Gjermund, Lars und ich. Ich wurde immerhin nicht letzter, in den sauren Apfel durfte Lars beissen ;-)
Am frühen Abend nahmen wir dann den Flieger Richtung Oslo, und Monrag ging es für mich dann noch weiter, wieder zurück nach good old rath.

Vielen Dank an Stabæklars & Richard und alle anderen von Stabæksupport.
Skål – Auf gute Freunde !


Makka, 22.08.2005