Spielberichte

30.06.2002
13.00 WM Finale Deutschland - Brasilien,
18.00 Stabæk - Start

Unser letzter "richtiger" Tag in Oslo stand vollkommen unter dem Motto Fussball. Mittags gegen 11.30 Uhr machten wir uns via Bus und U-Bahn auf nach Bekkestua, um in der Fankneipe von Stabæk, dem Onkel Blaa, das WM Finale zu sehen. Kurz vor 13.00 Uhr öffneten sich die Türen, und wir und alle anderen wartenden wurden eingelassen. Gleich einen Tisch dicht bei der Leinwand sichern und Bier bestellen. Nach und nach wurde es ganz ordentlich voll, auch einige Kristiansand-Fans trafen ein, alle schon ziemlich bierselig - wie üblich für Auswärtsfans ;-)
Tja, was soll ich gross zum WM Spiel sagen? Die anwesenden Norweger waren für Brasilien, bis auf einen einzigen, der Deutschland als Weltmeister getippt hatte, und deshalb für unsere Landsleute hoffte. Die Deutschen spielten erstaunlich gut, schnell und sehr nach vorne orientiert, die Brasilianer waren aber torgefährlicher. Nur durch Glück gab es nicht schon früh ein Tor für Brasilien. Nach 90 Minuten Hoffen, Bangen und Beten auf deutscher Seite, und viel Jubel auf brasilianischer Seite ging die Weltmeisterschaft 2002 mit einem 2:0 für Brasilien aus. Die Deutschen schlichen geknickt und traurig vom Platz, die Brasilianer feierten in einem grossen Kreis ihren Titel.

Nach der Siegerehrung gönnten wir uns erstmal ein neues Bier und setzten uns vor dem Laden in die Sonne. Einige Stabæk Fans waren auch schon da und wir kamen so langsam ins Gespräch. Es ging um den ASTRA Cup im Januar, um die Spieler von Stabæk und was wir so alles in Norwegen erlebt hatten. Wirklich ein schönes Gefühl, mit Gleichgesinnten über seinen Lieblingsverein zu reden und sich gemeinsam auf das Spiel zu freuen. 6 Monate hatte ich "meine" Jungs in Blau nur via Internet beobachten können, und heute konnte ich sie endlich mal in echt und in Farbe sehen! Sogar ein Trikot hatte Richard mir geschenkt. Zum einen aus praktischen Gründen, denn mit Trikot gabs das Bier für günstige 39 kr, zum anderen, damit ich dann auch entsprechend ausgerüstet das Stadion betreten konnte. Er hat sich auch noch dafür entschuldigt, dass er keines mit einer "10" drauf hatte…dabei war ich schon selig, überhaupt ein Trikot zu bekommen! Das da nun nicht Marels Rückennummer drauf war, machte mir absolut nichts aus.

Einige kurze Regengüsse und mehrere Biere später machten wir uns auf zum Stadion, ausgerüstet mit einer Sesongkarte für die Supporter Stehplätze. Voll war es nicht wirklich, was daran lag, dass Kristiansand der Tabellenletzte ist und wegen der Ferien viele schon im Urlaub waren. Mir wars egal. Ich hatte auch mit den anwesenden 2748 Fans Spass.
Die Start Fans waren so wenige, dass sie mit bei den Stabæk Fans in die Kurve durften. Rivalitäten und Aggressionen wie sie bei uns unter den Fans verschiedener Klubs herrschen, sind in Norwegen so gut wie unbekannt. Im Stadion wird sich zwar angeschrien und für die eigene Mannschaft nach Leibeskräften gebrüllt, aber vor und nach den Spielen wird gemeinsam gefeiert und wenn es drauf ankommt, halten eigentlich auch alle Fans zusammen. Nicht mal eine Eingangskontrolle gab es, Polizei und Security waren, wenn überhaupt, nur im Hintergrund anwesend.

Klockschlag 18.00 Uhr war Anpfiff. Als Startelf gingen aufs Feld: Jon Knudsen, Mike Kjølø, Christian Wilhelmsson, Christian Holter, Peter Sand, Thomas Finstad, Inge Andre Olsen, Tommy Stenersen, Andre Muri, Tryggvi Gudmundsson, Martin Andresen.
Und Stabæk legte gleich ordentlich los: 4. min das 1:0 durch Thomas Finstad, 6. min. das 2:0 von Christian Holter. So schnell konnten wir gar nicht gucken wie hier die Tore fielen. Kristiansand wirkte nach den beiden Gegentreffern schon völlig mutlos und schlich nur noch übers Feld. Unsere Jungs in Blau spielten hingegen lockeren Fussball und schienen rechten Spass an der Sache zu haben. Auch wenn so einige Flanken und Schüsse ziemlich daneben gingen. Nach 30 min. gabs von Tryggvi das 3:0, und 6 min. später legte Thomas Finstad das 4:0 drauf. Erstaunlich! So viele Tore habe ich bei Pauli schon lange nicht mehr gesehen!
Bis zur Pause passierte dann nichts mehr. In der Pause ging es zum Eis holen. Buntes Fruchteis schien der Renner zu sein. Merkwürdige Sache, aber was will man als Fan machen, wenn es kein Bier im Stadion gibt?

In der zweiten Halbzeit ging "Bærums Stolthet" ein wenig gedämpfter zu Werke. Es schien, als wenn die Spieler gedanklich schon in den Ferien waren. Einen ganzen Gang langsamer und mit viel mehr Abspielfehlern ermöglichten sie den Jungs von Kristiansand das 1:4 in der 56. min. Die pure Freude für mich war dann die 70. min: Mein Lieblingsspieler Marel durfte nach einer kleinen Aufwärmrunde aufs Feld! Schade nur, dass er sein versprochenes Tor nicht hinkriegte. Aber sein forscher Torversuch und ein paar attraktive Sprints über den Platz waren auch schon ganz nett ;-) Stabæks "Tormaschine" Tryggvi hingegen liess sich nicht unterkriegen und knallte in der 72. min. das 5:1 rein. Kristiansand schaffte in der 83. min. zwar noch ein 2:5, aber letztendlich war die Niederlage für die Gäste nicht mehr abzuwenden und, ganz ehrlich, auch verdient. Nach dem Abpfiff verschwanden die Spieler alle ziemlich fix in die Garderobe (keine Jubel LaOla…), nur Marel lief zu ein paar Fans und redete mit ihnen. Die Chance liess ich mir nicht engehen und machte mich auf den Weg zu ihm. Und so gab es dann noch ein Abschiedsfoto von mir mit einem nassen Isländer im Arm und einer grünen Mülltonne vor den Füssen.

Zurück gings ins Onkel Blaa, ein paar weitere Biere geniessen und das Spiel besprechen.
Am besten hatten mir ja Martin Andresen (sehr wendig und schnell mit dem Ball), Christian Wilhelmsson (geht auf den Mann und bringt den Ball gut und schnell nach vorne) und Peter Sand gefallen (ein echter Kämpfer, gibt keinen Ball verloren und hängt sich richtig rein) gefallen. Tryggvi steht ausser Frage, mit 9 Toren ist er nicht zu toppen.
Lustig waren auch die Stabæk Songs, die gespielt wurden. Viele der Lieder gibt es auch bei Pauli, nur eben mit einem anderen Text - da mussten wir ganz schön aufpassen, dass wir nicht was Falsches singen ;-) Der Kracher war aber, als wir "You`ll Never Walk Alone" hörten!

Mit einer Handvoll Stabæk Supportern ergab sich dann eine sehr nette Runde, und wir merkten gar nicht wie die Zeit verging… Irgendwann erspähten wir Peter Sand am Tisch neben uns und baten ihn um ein Foto. Unseren Wunsch erfüllte er uns freundlich und mit einem Grinsen, nachdem er über uns aufgeklärt worden war ("Besøk fra St. Pauli"). Wirklich, er hat eine unglaubliche Ähnlichkeit mit seinem Bruder Ebbe!

Gegen 23.30 mussten wir dann schweren Herzens aufbrechen, die letzte Bahn nach Oslo erwischen. Nach über 12 Stunden in Bekkestua und mit Fussball fielen wir zu Hause einfach nur noch müde ins Bett.

Danke an alle Stabæk Supporter, ganz besonders an Richard, für diesen tollen Tag! Und ein Extra-Danke an die Spieler für einen so schönen (und hohen) Sieg!

*Forza Stabæk!*



30.06.2002
13.00 World Cup Final Deutschland - Brasilien,
18.00 Stabæk - Start

Our last "real" day in Oslo was fully under the title of football. Around midday we started our tour to Bekkestua, first with bus, then with train. We wanted to watch the final between Germany and Brasil. With a handfull other people we entered at a quarter to twelve Onkel Blaa, Stabæks supporter pub. Sat down on a table next to the TV and ordered a beer. It got quite full, more and more people came, also some Kristiansand supporters, already a little dizzy from having some beers before - just like all football supporters on tour ;-)
So, what should I say about the match? The Norwegians were hoping for Brasil, only one who bet on Germany, was hoping for our team. I was surprised how good and fast the Germans played, but Brasil had more chances. It was only luck that Germany didn´t get an early goal against the own team. After 90 minutes of hoping, praying and worrying World Championship was won by Brasil with 2:0. The Germans left the field frustrated and sad, while Brasil started a big party.

After the ceremony we had a new beer and went out into the sun. Some Stabæk supporters arrived and we slowly got into talk. We talked about ASTRA Cup in January, Stabæk players and what we experienced on our Norwegian tour. Really a nice feeling to talk to like-minded people about his favorite club! For more than 6 months I only had followed "my" boys in blue via internet, and this day I could watch them live in person! Even a jersey I got from Richard! On the one hand for the concrete reason that with a jersey you got beer for moderate 39 kr, on the other hand that I could go to the match with the right clothes. He apologised that it didn`t has a "10" on the back (Marels number), but that really didn`t bother me . I was so happy to get a jersey at all!

Some short downpours and a few beers later we went down to the stadium, with a seasonal card for getting entry to the standing places of the supporters corner. It wasn`t really full because of vacation in Norway and the quite unattractive match against 14-placed Start Kristiansand.
But that was no problem for me, I had fun with the 2748 supporters who found their way down to the stadium. The Kristiansand supporters were so less that they were allowed to stand right next to the Stabæk supporters. Aggressions and fightings between supporter groups like in German Bundesliga isn`t known in Norway. Supporters shout at the opposite group while a match, but before and after the matches they party together, and if they have to, they will stand together, no matter which club they belong to. Security and police was in the background, too, and we didn`t had to pass any entrance control.

At 18.00 the match started, with the following Stabæk players: Jon Knudsen, Mike Kjølø, Christian Wilhelmsson, Christian Holter, Peter Sand, Thomas Finstad, Inge Andre Olsen, Tommy Stenersen, Andre Muri, Tryggvi Gudmundsson, Martin Andresen.
Stabæk had a impressive beginning, 4. min. 1:0 by Thomas Finstad, 6. min. 2:0 by Christian Holter. We couldn`t look as fast as the goals were shot. Kristiansand seemed to be totally confused and dumped after these 2 goals. Our boys in blue however played fresh and easily football and seemed to have fun on the field (although some shots were really bad…).
After 30 minutes Tryggvi set the ball in to 3:0, 6 minutes later Thomas Finstad did the 4:0! Amazing!
That much goals I haven`t seen at Pauli for a long time! Till break nothing more happened. While the break, nearly everyone went to get an ice. Kind of strange thing, but what will you do when there is no beer sale in the stadium?

Second half was much more quiet, "Bærums Stolthet" worked less, fighted less and gave Kristiansand the chance to make the 1:4 (56. min.). Seemed that the players already were on vacation. Pure delight started for me from the 70. min., when Marel got on the field. What a pity that he didn`t make the promised goal. But his sprints across the field and the one shot he tried had been nice, too ;-) Stabæks toppscorer Tryggvi however didn`t get enough and made the 5:1 (72. min.). Kristiansand came back and managed a 2:5 in 83. min, but the defeat couldn`t get avoided and was deserved, I think. After the match the players went straight back into their dressing room, only Marel talked to some people. That was a chance for me. I went down to them and got a last picture with a quite wet Icelandic in my arm and a big green waste bin in front of my feet.

Back at Onkel Blaa we had some more beers and talked about the match. I liked most Martin Andresen (he`s fast and agile with the ball), Christian Wilhelmsson (he can move the ball fast and safe forwards) and Peter Sand (he`s a fighter, tries to catch every ball). Tryggvi is out of question, he`s the toppscorer.
Very funny was to listen to the Stabæk songs. Nearly all songs they played I knew from St. Pauli, only with other lyrics (we really had to be careful not to sing the wrong words ;-).
Best of all was when they played "You`ll Never Walk Alone".

With a nice bunch of supporters we had a long talk and didn`t recognize how the hours went by… Sometime later we saw Peter Sand and asked him for a picture. Friendly and with a smile on his face, after he knew where we were from ("Besøk fra St. Pauli"), he let us take some fotos.

Around 11.30 we had to leave to catch the last train to Oslo. After 12 hours in Bekkestua and with football we fell into our beds at home and had a long sleep.

Thanks to all Stabæk supporters, especially Richard, for this wonderful day!
And special thanks to all players for this great win!


*Forza Stabæk*