Presse
Sommerferien er over
Die Sommerferien sind um.

Die Sommerferien scheinen allem Anschein nach vorrüber zu sein. Es war nur diese eine Woche, leider. Wir Fussballspieler sind nicht gerade dafür bekannt, das wir viele Ferien haben. Deshsalb ist es wichtig die Ferien richtig zu nutzen. Ich entschied mich dies Jahr für eine Reise zu Mamma und Pappa nach Belgien. Während unseres Aufenthaltes in Brüssel schafften wir es sogar uns mit Chippen zu treffen.

Montag nach dem Aalesund Spiel reisten wir nach Brüssel, wo wir 6 Tage bleiben wollten. Der Aufenthalt da war unglaublich entspannend und schön. Auch wenn das Wetter nicht immer so toll war, haben wir es uns auf jeden Fall gemütlich gemacht mit der Familie. Wir wohnten in einem Ort namnes Soignies, etwas vor Brüssel. Das Haus wo meine Eltern wohnen liegt genau neben einer grossen Kathedrale, die entsetzlich lärmte im Morgengrauen. Jeden einzelnen Tag von 8 uhr bis 21.00 uhr läutete sie 2 mal die Stunde. Entsetzlich! Aber so sind wir immerhin jeden Morgen früh aufgestanden.




Auch wenn wir Urlaub hatten, ein bischen trainierte ich trotzdem. Die Tage fingen normalerweise an mit einem grossen Frühstück a la Mamma. Danach fuhr ich zum Militärgebiet, wo Pappa arbeitet, und trainierte etwas. Dann gings shoppen. Somit rannte ich auch da noch ein paar Kilometer in den Läden ab. Am Abend gab es viel gutes Essen und Trinken. Einen Abend sind wir in Mons ausgegangen, zum Miesmuschel essen. Sehr gut! Kann ich wärmstens empfehlen!

Mittwoch trafen wir Chippen. Erst assen wir alle zu Hause in Soignies, danach nahm er uns mit auf eine Sightseeingtour nach Brüssel. Obwohl er gerade erst ein paar Tage da wohnte, kannte er bereits sämtliche Läden und andere Sehenswürdigkeiten. Es schien als fände er sich gut zurecht in der Stadt. In Anderlecht hatten sie gerade am Montag unserer Urlaubswoche mit dem Training begonnen, deshalb war alles noch ganz neu für ihn. Aber er hatte schon guten Kontakt zu Pär Zetterberg und Clayton Zane. Zane hatte ihn gleich in den ersten Tagen zum Essen zu sich nach Hause eingeladen. Neben dem Fussball haben die Spieler in Anderlecht nicht viel zusammen. Sie kommen morgens um 9 zur Arbeit, und fahren nach der zweiten Einheit wieder nach Hause. Zwischen den Einheiten bleiben sie im Stadion und haben einen so genannten Presseraum. Dort können sie relaxen und Zeitung lesen, und ab und an kommt auch mal ein Journalist vorbei. Als wir Chippen trafen, war er ganz lahm und steif vom ganzen Laufen. Er war nämlich gerade aus den Ferien in Schweden gekommen, und nun warteten 5 bis 6 Wochen Vorbereitungstraining auf ihn. Zum Training selber meinte er nur, das es ganz ordentlich gewesen war. Etwas wenig, wenn du mich fragst. Er war sonst nämlich immer sehr deutlich in seinen Rückmeldungen. Ein Grund kann sein, das viele der besten Spieler immer noch im Urlaub sind, und er noch nicht so genau wusste wie es alles geht.



Als wir uns mit Chippen trafen wohnte er noch im Hotel. Aber im Laufe des Abends sollte er Jean, Mr Fix It, treffen. Er machte alles mögliche für die neuen Spieler im Verein. Alles von ein Haus besorgen bis hin zum Glühbirnen auswechseln. Du liebe Güte! Aber dieser Jean konnte an jenem Abend erzählen, dass das Haus wo Chippen wohnen sollte, fertig war, und er ihn treffen könnte, um den Schlüssel zu bekommen. Wir bekamen einen Palast zu sehen (zumindest für uns normale sterbliche). Von einer kleinen Bude auf Nesøya zu einem grossen Haus mit riesigem Garten in ruhiger Lage direkt vor Brüssel. Zum Stadion brauchte er ungefähr 7 Minuten. Perfekte lage. Das Auto, das er kriegen sollte, kommt allerdings nicht vor September. Ich denke, das ist trotzdem alles ok so.




Wie ihr sicher verstanden habt, hatte ich einen schönen und ruhigen Urlaub. Genau wie geplant. Als wir nach Norge zurückkamen, begann das harte Training dann wieder. Alf Gaute liess uns 2 Einheiten am Tag machen, damit wir wieder in Gang kämen. Persönlich hatte ich nicht wirklich das Bedürfnis danach, aber ich war auf jeden Fall gut gerüstet für das was auf uns zukam.(...)

Ich hatte ja einen Poll auf meiner Seite, "Welche Geschichte wollt ihr lesen?" und mit grossem Vorsprung gewann "Bündnisse in der Garderobe" vor "Das auto von Morten" und "Die Tasche von Mikkel".
Hier ist nun die Story:

Die Bündnisse in der Garderobe.

Wie ihr sicher wisst, haben wir "Jungs" feste Plätze in der Garderobe. Jeden einzelnen Tag sitzen wir neben den gleichen müden Schnauzen. Jeden einzelnen Tag motzt man über die gleichen Personen. Und jeden einzelnen Tag kommentieren wir, warum man dies oder jenes an hat. Ich würde das mal eine ganz normale "Ehe" nennen. Nach unzähligen Jahren in der hintren linken Ecke habe ich einen guten Überblick über alles gewonnen. Allmählich haben sich einige verdächtige Bündnisse herausgebildet. Es ist eine Art Sport geworden, mit den Waschtaschen, Schuhen, Kleidern, Autos der anderen Unfug zu machen. Die offentischtlichsten Bündnisse sind bisher "Die Ecke" und "Die Empfindlichen". in "Die Ecke" gehören Mikkel, Tom (und Chippen), während "Die Empfindlichen" aus stenersen und Finstad bestehen (selbstverständlich!)

Prsönlich operiere ich gerne als Spion, wobei ich sagen muss, dass ich für niemanden bin. Ich wusste immer genau bescheid, wenn was in Gange war. Verleumdungen waren meine starke Site. Es ist leicht sich hinten in meiner Ecke zu verstecken. Der launische Stenersen ist voraussehbar. Je nach dem welchen Gesichtsausdruck er morgens hat, kann man sehen, ob noch etwas geschehen wird an diesem Tag. Lügen ist nicht seine stärkste Seite. Aber zugeben, etwas getan zu haben das tut er niemals. Oberst Finstad kommandiert Stenersen die ganze Zeit rum. Er macht nie etwas selber, schlau wie er ist. Das macht er nur, damit er alle Verantwortung auf andere abwälzen kann, wenn es einmal richtig kracht. Wenns um Chippen geht, er war der Aktivste. Er hatte immer tolle Ideen, was man anstellen könnte, und das machten wir dann auch. Mit seiner wahnsinnigen Schnelligkeit konnte er unheimliche Dinge tun, wenn "Die Empfindlichen" gerade nur mal wegsahen. Im Gegensatz zu Chippen brauchte Mikkel etws länger, aber dafür hatte er einen klugen Kopf, was es schwierig machte für den Feind zu begreifen was passiert war.

Einmal, als "Die Ecke" unaufmerksam war, nahmen "Die Empfindlichen" die Autoschlüssel von Chippen. Mit 4 Rollen Tape kleisterten sie das ganze Auto innen zu. Hinter den Sitzen, unter den Pedalen, am Dach, an den Wänden. Ein anderes mal nahm, "Die Ecke" den Schlüsselbund von Stenersen aus der Tasche wo er ihn immer reinlegte. "Die Ecke" legte die Sschlüssel an eine ganz andere Stelle, um für eine völlige Panik zu sorgen, wenn Stenersen zu Hause aufschliessen wollte. Einmal wurde Mikkel die Antenne vom Auto gestohlen. Ob das jetzt ein Übergriff des Bündnisses war, wissen wir nicht. Aber was wir mit Sicherheit wissen, ist, das Mikkel Finstad dafür bluten liess. Er nahm kurzerhand auch seine Antenne weg. Finstad merkte, das was nicht stimmte, als er den Countrykanal in seinem Radio anstellen wollte. Stenersen kommt immer fast zu spät zum Training. "Die Ecke" nicht. Wir knoteten die Schnürbänder aller seiner Fussballschue zusammen, so dass er den übelsten Start in den Tag hatte, den man sich denken kann. Zum Training schaffte er es übrigens nicht mehr rechtzeitig...


stenvoll.playernet.no, 11.07.03



Christian Holter kommenterer siste tids hendelser!
Christian Holter über die Geschehnisse der letzten Zeit!

Andre Flem hört auf!
Nur 2 Wochen, nachdem John Arne Skistad uns verlassen hat, beschloss der letzte Häuptling, dass genug genug ist. Die Bekanntmachung, dass Andre Flem aufhört, kam überrraschend, aber es dauerte nicht lange bis ich Verständnis hatte für den Grund und auch den Zeitpunkt. Flem selber sagte damals als Skistad ging, dass der Tag des Abschieds kommen würde, man aber nie darauf vorbereitet wäre.

Bevor ich selber zu Stabæk kam (das war 1994), verfolgte ich die Reise des Vereins durch sämtliche Tabellen. Mit allem Respekt, Flem wurde nicht gerade als der Feinschmecker des Vereinas angesehen. Nach dem Aufstieg stellte sich die Frage, ob er das Tempo in der neuen Liga schaffen würde. Und da ging es nur um den Aufstieg von der 4. in die 3. Liga. Das ist nun ca. 10 Jahre her. Mit Siegesinstinkt, Trainingswille und Ausdauer hast du all denen geantwortet, die zweifelten. Welche bessere Antwort kann man geben als Norwegens Meister zu werden? Rosenborg im Pokalfinale zu schlagen, mit Sigurd Rushfeldt zu spielen, 10 Europa-Pokal-Spiele mitzumachen, 161 Bundesliga Spiele zu absolvieren und 14 Tore zu schiessen?

Mit deinen Tacklings, ein paar mehr als üblich, gerne etwas später, ein bischen von hinten und etwas härter als alle anderen, warst du ein gefürchteter Gegner. In einem schwierigen Fussballalltag kannst du auf jeden Fall sagen, dass die Rechnung aufging und im Plus ist. Die gesammelten gelben und roten Karten. Im Nadderud in Bærum. Im Gulbergaunet in Stjørdal. Im Estadio Riazor in Coruna, und in der Linfield Arena in Belfast
Vielleicht damals nicht so cool, aber heute?

Stabæk hatte Freude an dir und deinen Diensten seit 1990.
Du hast Parties bei Peder Madsen im Keller erlebt. Du warst der schlechten Laune von Colin Borgen und Tom Schlevan ausgeliefert. Du hast Skistad mit langem Haar und Ring im Ohr gesehen. Du hast gesehen wir Bærget det Blaa/Stabæk Support mehr wurden, wiesie von einem kleinen lautlosen Haufen zu einer grossen uind schicken und lauten Fanhorde wuchsen. Du hast ”Talente” kommen und gehen sehen. Du hast gehört welche haarigen Ziele Ingebrigt vorbrachte. Und du hast Finstad "Great balls of fire”singen gehört, vor 5.000 Zuschauern im Nadderud.

Unser Team hat in den letzten paar Wochen 70 Jahre an Erfahrung, 2 gute Fussballer und auch 2 klaase Jungs verloren. Ihr wart einer der wichtigsten Gründe warum Stabæk heute in der Spitze des norwegischen Fussballs spielt. Und ihr wart ein wesentlicher Teil von Stabæks Grundmauern.
Ihr sollt dabei bleiben und den Verein weiter aufbauen, bloss in einer etwas anderen Rolle. Nachdem wir euch 9 Jahre in Trainigsklamotten und Fussballschuhen geshen haben,könnte das schon recht lustig sein, Flem mal im Stabæk Büro zu treffen, mit Blazer, neugebügeltem Hemd und blank polierten Schuhen...

Viel Glück im neuen Alltag und bei neuen Herausforderungen!
Christian Holter

www.stabak.no, 29.04.03


André Flem legger skoene på hylla!
André Flem zieht seine Schuhe für immer aus!

.Nach genauer Überlegung habe ich mich entschlossen, mit dem Spielen aufzuhören, solange alles noch gut läuft. Der Hauptgrund für diese Entscheidung ist die Verantwortung für meine 2 kleinen Kindern, sowie die Feststellung, dass meine Dienste auf dem Platz nicht mehr so sehr gebraucht werden. Ich werde aber weiterhin im Fusball tätig sein und eine Job in der Verwaltung annehmen.
Ich hatte einige fantastische Jahre hier in diesem Verein als Spieler. Natürlich fühlt es sich schon etwas wehmütig an, mit etwas auzuhören, was mich seit der Grundschule vollständig beschäftigt hat. Aber alles hat seine Zeit. Und nun ist es an der Zeit, sich neuen Heruasforderungen zu stellen. Davon gibt es viele und ich freue mich darauf, mitzuhelfen, dass der Verein in Zukunft ein paar Schritte weiter kommt. Ich möchte mich bedanken für die Unterstützung, die ich über die Jahre bekommen habe und ich bin wirklich sehr stolz, dass sich immer mehr für den Verein interessieren.
www.stabak.no, 28.04.03


Stabæk und der drohende Konkurs

Um nicht unendlich viele Artikel übersetzen zu müssen, habe ich mich bemüht und eine Zusammenfassung des ganzen Geschehens geschrieben.

1. Ausgangspunkt:
- Der Fussballverein Stabæk Fotball ist eine Aktiengesellschaft. Mit dem Gang an die Börse und dem Verkauf von eigenen Wertpapieren versucht der Verein, finanziell mehr Freiheit zu haben. Zudem hat Stabæk auch selber Aktien einer anderen Gesellschaft (Dinamo) besessen.

- Das Nadderud Stadion, in dem Stabæk Fotball seine Heimspiele austrägt, gehört der Gemeinde Bærum. Für die Heimspiele muss Stabæk eine recht hohe Stadionmiete zahlen, die sich aus einer Grundmiete, 20% der Ticketeinnahmen und eventuellen Stromkosten bei Benutzung der Rasenheizung zusammensetzt.

- Diese Miete beinhaltet nicht Wartung und Pflege oder Bezahlung der Ordner. Für diese Kosten muss der Verein zusätzlich noch zahlen.

- Teure Erneuerungen oder Verbesserungen am Stadion hat Stabæk auf eigene Kosten und unabhängig von der Gemeinde mehrfach durchgeführt (neuer Kunstrasen etc.), obwohl das Stadion dem Verein gar nicht selber gehört.

2. Problem:
- Die von der Gemeinde Bærum geforderte Stadionmiete in Höhe von ca. 1 Mio. Kronen konnte Stabæk seit Mitte 2002 nicht mehr zahlen, trotz mehrerer gewinnbringender Spielerverkäufe (Tommy Svindal Larsen nach Nürnberg, Tobias Linderoth nach Everton), da die neuen Vereine der Spieler Stabæk noch immer Geld schulden. Auch weil geplante Spielerverkäufe nicht getätigt werden konnten aufgrund des finanziell schwachen europäischen Spielermarktes fehlte fest eingeplantes Geld in den Kassen des Clubs.

- Deshalb bat Stabæk um einen Zahlungsaufschub bis 12.12.2002, dann bis 31.12.2002. Als der Verein dann immer noch zahlungsunfähig war, wurde mit der Gemeinde zusammen ein Schuldentilgungsplan erarbeitet, der beinhaltete, das 4 Raten von je 256.000 Kronen gezahlt werden sollen.
Die erste Rate war am 27.2.2003 fällig.

- In der Zwischenzeit hatte Stabæk, um an Geld zu kommen, seine Aktien der Dinamo-Gesellschaft verkauft und zudem den Spieler Marel Baldvinsson für einen (Dumping-) Preis von etwas über 2 Mio. Kronen an den belgischen Erstligisten Lokeren.
Das Geld aus dem Verkauf der Dinamo-Aktien reichte nicht, das Geld für Marel hat Lokeren auch noch nicht vollständig bezahlt, somit konnte die pünktliche Bezahlung der ersten Rate nicht eingehalten werden.

- Stabæk bat daraufhin um Aufhebung des Tilgungsplanes und wollte den Gesamtbetrag der austehenden Schulden bis zum 30.04.2003 komplett zahlen. Das wiederum passte der Gemeinde nicht. Denn die sah nun Handlungsbedarf, nachdem Stabæk mehrfach die Tilgungsabmachungen gebrochen hatte, schaltete ein Inkassobüro ein und drohte mit Konkurs, wenn nicht der Gesamtbetrag der kurzfristigen Schulden bis zum 1.04.2003 gezahlt werden würden. Vor dem Beginn der Saison solte die ganze Sache ausgestanden sein, äusserte sich die Gemeinde.

3. Lösung:
- Da Stabæk eine Aktiengesellschaft ist, war der erste Gedanke der Verantwortlichen, um an Geld zu kommen, eine breite Aktienausschüttung, mit der man hoffte ca. 10 Mio. Kronen einzunehmen. Was allerdings zur Folge hätte, dass zwar Geld rein käme, aber auch dass alle Stabæk-Aktionäre einen enormen Wertverlust ihrer Papiere hinnehmen müssten. Bei einer ausserordentlichen Mitgliederversammlung der Aktionäre sollte über eine mögliche Auschüttung abgestimmt werden.
Auch eine Anleihe bei verschiedenen Banken wurde erwogen.

- Retter in der Not war schliesslich ein ehmaliger Stabæk Verantwortlicher, der sich bereit erklärte, sich mit 1 Mio. Kronen an der Aktienausschüttung zu beteiligen. Damit kann Stabæk seine kurzfristigen Schulden für die ausstehende Stadionmiete abbezahlen.

- Was allerdings mit den wesentlich höheren langfristigen Schulden (ca. 10 Mio. Kronen) passiert, konnte noch niemand erklären.
Laut stabaek.no jedoch haben sich die Gemeinde und der Verein nun doch noch auf einen neuen langfristigen Schuldentilgunsgplan einigen können.

Maren, 19.03.03
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